07 Juli 2010

Berlin–Bilbao–Berlin, Berlin–Kautokeino–Berlin

Feste werden gefeiert wie sie fallen, also hieß es noch zwei "Kurzreisen" zu absolvieren:

Zuerst nach Spanien/Baskenland: Anke nullt!
Bilbao: MarktMarkt in Bilbao
Bilbao: GuggenheimVor dem Guggenheim Museum

Jochen nullt am anderen Ende Europas - ein willkommener Anlaß für eine Tour nach Norwegen/Lappland.
Mondnach in NordschwedenHelle Nächte in Schwedens Norden
Fjell bei KautokeinoFjell bei Kautokeino


Nun ist die Reisesaison 2007/8 nach 12 Monaten und 47 000 km "auf Achse" erst mal beendet – und unser Bericht auch.


Und: Nach der Reise ist vor der Reise!

22 Mai 2008

Türkei und Osteuropa, Baskenland & Lappland

Durch Kurdistan reisten wir weiter zu "unserem" Strand, der wohl bald etwas bevölkerter erscheinen wird: im Reiseteil der "Zeit" wurde er als Geheimtip gehandelt …

Camp am Van SeeOsttürkei: Camp am Van See
Wo? Nee, wird nicht verraten!


Die neuen EU-Länder im Osten waren für uns noch Neuland, nur im Transit durchfahren machten die ersten Eindrücke Lust auf mehr.


Das Neue Bulgarien
Frei Campen war immer möglich


Rumänien: Sibiu/Hermannstadt


Ungarn
Internetcafés mußten wir nicht lange suchen!
Vorsaison am Balaton
… und ein letztes mal artgerechte Haltung!


Im Land unserer südlichen Nachbarn …
Verwöhnt mit Kaiserschmarrn und Almdudler

Erst mal nach Neuendorf/Berlin!


22 Mai 2008

Iran: In jeder Hinsicht anders?

Kerman, Wüste Kaluts und Yazd
(29. 4.-4. 5. 2008)


Der Iran erschreckt uns nur einmal: Die Grenzbeamten und Polizisten verstehen keinerlei Englisch und erkennen auch zunaechst nicht, dass wir ein Touristenvisum und nicht nur ein Transitvisum mit vorgeschriebener Route haben. Ehe wir uns versehen haben wir bereits einen jungen, unsicher wirkenden Soldaten hinten auf den Kisten sitzen, der uns zum naechsten Polizeiposten dirigiert. Von dort an werden wir bis hinter Bam (ca. 400 km) eskortiert. Die bewaffneten Mannschaften wechseln alle ein bis zwei Stunden - sehr anstrengend für uns, da wir nie wissen, wie lange wir und warum irgendwo warten müssen. Uns vergeht die Lust auf Fotostops und Besichtigungen.
Aus iranischer Sicht ist die Eskorte verstaendlich: Das iranische Baluchistan wird weitgehend von war lords, Drogen- und Waffenhaendlern sowie Dieselschmugglern kontrolliert. Ungezaehlte Flüchtlinge aus Afghanistan stellen eine zusaetzliche Belastung dar. Iran möchte genau wie Pakistan die Sicherheit der Touristen garantieren.

Endlich frei erreichen wir Kerman. Die ersten Mauersegler begrüssen uns, und die Stadt zeigt uns bald eine ganz andere Facette Irans: Breite Boulevards, aufgeschlossene, englisch sprechende Menschen, schnelle Internetcafes, alte Basare, Teehaeuser, moderne Museen, wohlgefüllte Laeden mit westlichen Konsumgütern. Eine angenehme Mischung trotz des Kopftuchgebots und der vielen 'schwarzen Zelte' im Stadtbild.
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Auch überraschend: kaum mal ein Muezzin zu hören - im starken Kontrast zu Pakistan.

Auf den Tip von zwei Tourguides fahren wir hinaus zur Wüste Kaluts. Im Desertcamp übernachten auch 60 StudentInnen des Touristikstudiums mit ihrem Professor aus Teheran und sechs junge Fotografie-StudentInnen, die privat unterwegs sind - für uns eine wunderbare Erfahrung: Wir werden eingeladen und interviewt, können uns austauschen und ungehindert bis spaet in die Nacht diskutieren. Neben einer gewissen Resignation wird besonders der Wille zur Veraenderung deutlich.
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Stopover in Yazd

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Unterschiedliche Türklopfer für Mann und Frau

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Hamam in Yazd - umgebaut zum Teehaus

Isfahan laedt geradezu zum Bummeln ein - eine langvermisste Erfahrung, auf Bürgersteien schlendern zu können. Baumbestandene Alleen, Parkanlagen, Uferpromenaden mit mediterranem Flair - und natürlich Geschichte und Kultur satt.
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An den Wochenenden wird die grosse Höhle von Ali Sadre von hunderten Touristen besucht, meist im Familienverband, Camping im mitgebrachten Zelt ist hier durchaus üblich. Die Andenkenlaeden bieten hier wie überall auf der Welt alles was des Turisten Herz begehrt.
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Da geht es am Takhat-Soleyman, einer heiligen Staette der Zorastrier, jetzt auch Weltkulturerbe, schon ruhiger zu.
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Hier hören wir die ersten Kuckucke, Störche laufen auf den Feldern, grosse Schafherden sind unterwegs, der erste Klatschmohn blüht: Frühsommer im Iran.

Noch einmal tanken wir voll - 240 l Diesel kosten uns ganze 4,80 (!) Euro. Im Grenzbereich zur Türkei (hier würden 240 l Diesel ca. 360,00 (!) Euro kosten) ist die Abgabe auf 30 l limitiert und wird sogar im Carnet des Passages eingetragen!
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Im Norden Irans haben uns dann die schneebedeckten Gipfel wieder, das Hotel in Maku setzt tatsaechlich die Heizung in Gang, die heisse Brause verwöhnt ebenso wie die wohltemperierte Podusche (nee, man braucht kein kratziges Klopapier!).
Und dann heisst es:
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22 Mai 2008

Pakistan: Der Norden und weiter zur Grenze Irans

Islamabad, Karakorum und Shandur-Pass
(4. 4.- 23. 4. 2008)


Islamabad stellt quasi das Nadelöhr zwischen Iran und Indien in beide Richtungen dar und ist daher ein typischer Overlander-Treffpunkt. Wir kommen mit insgesamt drei Fahrzeugen im Touristencamp an - sechs weitere aus D, RSA, F, ES und GB stehen bereits dort.
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Der Platz dient auch als Stützpunkt der paramilitaerischen Scouts, sodass wir unter 24stündigem 'Schutz' stehen.
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Fusslaeufig erreichbar liegen alle für Langzeitreisen wichtigen Stationen, einschliesslich der Werkstaetten fast aller Automarken.
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Pakistan ist, noch mehr als Tibet, Toyotaland

Eine der für uns auf unserer Reise reizvollsten Strecken, der Karakorum Highway, führt uns durch überwaeltigende Landschaften Richtung Kunjerab Pass.
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Etwa 50 km vor dem Pass holen uns motorisierte Offizielle ein und leiten uns zur Ortschaft Sost zurück: die offene Schranke galt nur für einheimische Bauern! Der Pass ist bis zum 1. Mai geschlossen wegen der durch Tauwetter bedingten Erdrutsche.
Beim Tee erklaert uns der Beamte strahlend, dass er sich über unser unbotmaessiges Verhalten freut, da ihm die Ausfahrt eine schöne Abwechslung beschert hat - von Oktober bis Mai haette er gar nichts zu tun!

So kehren wir um und fahren nach Gilgit auf 1500 m, wo die Obstblüte schon vorbei ist. Eine kleine Werkstatt nimmt sich erfolgreich des in Indien nicht sachgerecht eingestellten Radlagerspiels an, vergisst auch nicht das Fetten.
(Bild folgt spaeter!!!)

Und dann bekommen wir die Information vom örtlichen Touristenbüro, dass der Shandur Pass (3700 m) nach Chitral frei sei und auch der Lowari Pass (3100 m) auf dem Weg nach Süden offen. Schon sind wir auf dem Weg durch das Punialtal.
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Farbenfroh gekleidete Frauen (Bild folgt!) fallen auf - hier leben viele Ismaeliten, waehrend in Kohistan nur Maenner zu sehen sind. Dank der Aga-Khan-Stiftung ist hier die Infrastruktur deutlich besser als in vielen anderen entlegenen Gebieten Pakistans.

An die haeufigen check points für Auslaender haben wir uns inzwischen gewöhnt - so können wir wenigstens nicht verlorengehen!
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Der Shandur Pass liegt unter dicken Wolken, der See und das Polofeld auf 3700 m unter einer weissen Decke. Wir folgen der sumpfigen Spur im Schnee, tasten uns an kleinen abgerutschten Stellen vorbei - erreichen schliesslich Mastuj auf 2400 m, wo wir beim PTDC Resthouse (Pakistan Tourism Development Corp.) Stellplatz und Essen bekommen.
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Am naechsten Morgen stellt sich heraus, dass der Lowari Pass inzwischen wegen Regen und Erdrutschen wieder geschlossen ist! Glücklicherweise hat es in der Nacht nicht stark geschneit. So bleibt der Rückweg offen! Oben auf dem Pass treffen wir wieder nur auf Yaks.
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Über Gilgit folgen wir den anderen Verkehrsteilnehmern zurück nach Islamabad.
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Dort freuen wir uns über ein kaltes Bier! Es herrscht offiziell strenges Alkoholverbot: aber es gibt eine staatliche Brauerei, die nicht nur verschiedene Biersorten, sondern auch diverse Destillate für den einheimischen (!) Markt produziert. Auslaendern wird der Stoff nur gegen Vorlage eines im Reisepass eingestempelten Permits verkauft.


Über Loralai, Ziarat und Quetta nach Taftan: Iranische Grenze
(24. 4.-29. 4. 2008)


Gut versorgt geht es jetzt auf die Strecke durch Baluchistan. Wir freuen uns, ohne Eskorte die Schluchten und Hochebenen in dieser dünnbesiedelten Gegend durchreisen zu können. Es gibt genügend Truckstops für Versorgung und Übernachtung.
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In den Bergen von Ziarat, alte englische Hillstation auf 2600 m, herrscht dann wieder Vorfrühling mit Nachttemperaturen von 4 Grad C, aber die ersten Schildkröten sind schon unterwegs.
Das Frösteln hat dann schon bald in der Wüste ab Quetta westwaerts ein Ende.

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Der Zollbeamte in Taftan laesst süssen Milchtee kommen, plauscht mit uns bis der Papierkram erledigt ist, wünscht uns eine gute Reise und entlaesst uns mit dem Auftrag, allen von der Schönheit und Gastfreundschaft Pakistans zu berichten. Wird erledigt!

22 Mai 2008

Indien: Von Delhi zur Pakistanischen Grenze

Abschied . . . (30. 3.-3. 4. 2008)

Nach einer in jeder Hinsicht guten Woche in Delhi sagen wir unseren Freunden auf Wiedersehen und fahren mit gemischten Gefühlen im Hinblick auf Pakistan nach Amritsar.

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Four-laning in Progress

Dort stehen wir im Garten eines der aeltesten Gaestehaeuser der Region, schon immer von einer Indischen Familie geführt - einer Oase im aeusserst quirligen Amritsar.
Hier treffen wir auch wieder andere Overlander mit zum Teil schon 15jaehriger Pakistanerfahrung, und so dauert es nicht lange, dass wir uns schon auf den Karakorum-Highway und die Northwestern-Frontier Province im Grenzgebiet zu Afghanistan und Tadjikistan freuen.

Der Besuch des Heiligtums der Sikhs, des Goldenen Tempels, bildet den Abschluss unseres Besichtigungsprogramms in Indien. Ein letztes Mal nehmen uns die in leuchtende Farben gewandeten Menschen gefangen, anrührend in ihrer heiteren Religiositaet.
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Goldener Tempel - Bewacher und Besucher

Natürlich lassen auch wir uns an der indisch-pakistanischen Grenze nicht das Spektakel entgehen, welches das Schliessen der Tore und das Einholen der Nationalflaggen begleitet. Unter Singen und Brüllen patriotischer Parolen hunderter von Zuschauern auf beiden Seiten absolvieren Soldaten ein Ritual, das stark an das Imponiergehabe von Platzhirschen erinnert.
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22 April 2008

Indien: Von Kodaikanal bis Delhi

Durch die Western Ghats zu den Backwaters von Kerala
(1. 3. 2008-6. 3. 2008)


Bevor der Touristenstrom Samstags morgens einsetzt verlassen wir Kodaikanal und sind innerhalb von zwei Stunden von kuehlen 1900 m auf heissschwuele 200 m hinunter, dann wieder hinauf auf 1500 m zur Grenze von Kerala.




Bei Nebel und Regen geht die Fahrt durch Tee-, Kaffee- und Gewuerzplantagen nach Kumily, dann weiter durch Gummibaumplantagen und schliesslich ausgedehnte Reisfelder in der Ebene um Alappuzha.



In der Stadt Alappuzha im Bundesstaat Kerala haben wir den suedlichsten Punkt unserer Reise erreicht.
Nach der hektischen Betriebsamkeit in der Ebene lassen wir uns geruhsam im Kanu durch das Kanalsystem der Backwaters paddeln - nur beim aufkommenden Gegenwind und von Wasserhyazinthen verkrauteten Abschnitten ist unsere taetige Mithilfe willkommen.




Weiter nach Norden: In Fort Kochin beobachten wir bei Flut fasziniert die Arbeit mit den chinesischen Fischernetzen - eine jahrhunderte alte Tradition.




Noch mehr alte Techniken: Die Druckerei des Karmeliterordens versorgt uns mit neuen Visitenkarten. Nicht nur die Freunde der Schwarzen Kunst werden erkennen, dass die technische Einrichtung jedem Museum zur Ehre gereichen wuerde - DTP und Heidelberger 1farben-GTO waren aber auch vorhanden.





Ueber Hampi und Khajuraho nach Agra
(7. 3. 2008-20. 3. 2008)


Bei Kozhikode fahren wir weiter ueber kleinste Bergstrassen nach Osten Richtung Madikeri.


Amaryllis als Fruehlingsboten

Ein 4x4-Track bringt uns hinauf zum Honey Valley Estate:


Frueher Honig- und Kaffee-Farm, heute auch Lodge mit oekologischer Ausrichtung - Wanderungen, Natur pur, nette Gastgeber und Gaeste aus aller Welt.

Die Tempelanlagen von Hampi: Eingebettet in eine Felslandschaft, die mit ihren riesigen rundlichen Boldern an Matopos in Zimbabwe erinnern, bestechen sie schon durch ihre Weitlaeufigkeit und Groesse. Ausgrabungsarbeiten und Restauration sind weiter in vollem Gange.



Wunderschoen der Duft eines riesigen Frangipani in Bluete.

Ueber Hyderabad (noch 1500 km bis Delhi auf dem National Highway Nr. 7) geht es nun hunderte von Kilometern nach Norden, durch Savannenlandschaften und trockene Bergwaelder, reife Getreidefelder und von Windhosen durchwirbelte Geroellwuesten.






Erst hinter Katni biegen wir nach nordwesten Richtung Khajuraho ab: Der riesige Tempelkomplex ist nach dem Taj Mahal in Agra der meistbesuchte Touristenmagnet in Indien.







Taj Mahal in Agra


Delhi (21. 3.-29. 3. 2008)

In Neu-Delhi steuern wir den Stadtteil Hauz Khas Enclave an, wo wir die ueberwaeltigende Gastfreundschaft von Indischen Freunden erleben, die wir in Nepal kennengelernt haben.

Man mag Gediegenes . . .

So erleben wir auch das Holi-Fest (Begruessung des Fruehlings) im Kreise der wohlhabenden Brahmanen-Familie.




Fuenf Tage benoetigen wir fuer die Beschaffung der Pakistan- und Iran-Visa: Montag 9-13h Iranische Botschaft; Dienstag 8-10 h Deutsche Botschaft, 11-13 h Pakistanische Botschaft; Mittwoch 10-12 h Pakistanische Botschaft (Interview!); Donnerstag 16-17 h Pakistanische Botschaft (Visa fertig!); Freitag 9-13 h Iranische Botschaft (Visa fertig). Da blieb nicht viel Zeit fuer Besichtigungen - doch wir haben uns Alt-Delhi angesehen.




28 Februar 2008

Indien - Von Goa in die Western Ghats

Agonda bis Baba Budan Hills
(12. 02.2008-13. 02. 2008)


Die letzten Tage in Agonda durchzieht Wehmut. Einer nach dem anderen verlassen die Overlander den Platz, die einen weiter nach Suedostasien, die anderen schon auf dem Rueckweg ueber Delhi nach Pakistan und Iran. So gibt es viele Abschiede, auch von den lokalen Bekannten.
Das Meer zeigt sich nach den sehr stuermischen Tagen von seiner ruhigen Seite, so dass ein letztes Mal Schwimmen vor der Abfahrt erfrischt.




Dann geht es nach fuenf Wochen wieder auf die Reise in die Western Ghats Richtung Suedosten. Die Grenze zwischen den Bundesstaaten Goa und Karnataka wird durch einen Schlagbaum und Militaerpolizisten gekennzeichnet, die uns aber freundlich durchwinken.
Bald biegen wir nach Suedosten ab - schon geht es auf einer nur noch einspurigen Strasse hinauf in die Berge. In den dichten Waeldern rufen Voegel laut und klar, halten sich aber sehr versteckt.

Die Jog Falls liegen etwa 700 m hoch, das Klima ist warm und angenehm trocken. Beim Besuch der Faelle umringen uns Schulkinder aus dem Norden von Karnataka, die auf einer mehrtaegigen Exkursion sind.



Bis auf 1400 m windet sich die Bergstrasse durch die Kaffeeplantagen und Waelder der Baba Budan Hills, wo es endlich guten, mit Gewuerzen verfeinerten, echten Kaffee gibt - bislang war Teeland und Instantkaffee angesagt. Lediglich die Orientierung gestaltet sich manchmal etwas schwierig.

Die letzten Meter auf den Mt. Mulainagiri (1900 m) geht es auf Stufen zum Gipfel mit Tempel, vor dessen Tor die Schuhe wie ueblich zurueckgelassen werden muessen.




Chikmagalore, eine kleine Stadt am Fusse des Berges bietet modernste Shops zwischen den indischen Kraemern. Hier weist uns eine nette Baeckerin den Weg zu einem Laden, wo wir tatsaechlich Original-Zippo-Feuerzeugbenzin zum Vorheizen des Kochers bekommen - Vorheizen mit gereinigtem Benzin treibt dem Tankstellensprit das Russen aus.


Tempel - Palaeste - Dschungel
(14. 02. 2008-21. 02. 2008)


Belur mit einer der wichtigsten Hoysala-Tempelanlagen ist das naechste Ziel. Ein quirliges aber nicht hektisches Staedtchen, wo wir abends, nachdem einer der typischen lokalen Stromausfaelle vorbei ist, einen Spaziergang in der Temple Road machen. Der Duft von frischem fuehrt zu einer kleinen Roesterei, wo wir den hier angebauten Chikmagalore-Kaffee kaufen koennen.


In der Tempelanlage findet gerade eine ceremony statt, die von Trommeln, Saxofonen (!) und Glockenklang begleitet wird, deren Schalldruck die auslaendischen Touristen zusammenzucken laesst - hochst eindrucksvoll.

Weiter Richtung Sravananbelagola - in der Abendsonne sehen wir schon von weitem einen riesigen Granitfelsen aus der Ebene ragen, der uns an die whale backs von Gwanda erinnert.
Ueber sechshundert Stufen geht es nun hinauf zu einem Heiligtum der Jainkultur, einer siebzehn Meter hohen Granitstatue - gehauen aus einem Stueck!



Die in Srirangapatna kurz vor Mysore geplante Pause am Fluss fuehrt mitten in eine religioese Zeremonie, deren Zentrum ein reichgeschmueckter, grosser Ochse bildet.




So findet die Pause dann erst in Mysore beim beruehmten Maharadscha-Palast statt.

Innen herrscht mal wieder Fotografierverbot, das uns letzthin nur wegen der Motive, die die Indischen Touristen bieten, leid tut, die zu hunderten durch den Palast stroemen. Kleine Maedchen und Frauen sind mit unzaehligen Armbaendern und Fusskettchen geschmueckt, deren leises Klingeln ueberall durch die Gespraeche dringt.

Suedlich von Mysore liegen der Bandipur-Nationalpark (noch in Karnataka), gefolgt vom Mudumalai-Nationalpark (schon im Bundesstaat Tamil Nadu) mit Landschaften, die foermlich nach Elefanten und Antilopen riechen. In dieser Gegend campen wir die naechsten Tage auf einer Wiese direkt vor den Bergen - Jungle Retreat, so heisst die Lodge.


Axishirsche wandern durch das Gelaende und sogar wilde Elefanten sind in der Naehe zu sehen. Nachts kuehlt es auf 13 C Grad ab; wir sitzen trotzdem bei Vollmond draussen - zu schoen ist dieser Platz! Tagsueber wird es wieder warm, und der Pool laedt ein.



". . . wo der Pfeffer waechst!"
(22. 02. 2008-29(!). 02. 2008)


Nach Ooty hinauf (2200 m), eine der drei Hillstations in Suedindien, geht es ueber eine Traumstrasse mit 36 Haarnadelkurven - die Strecke ist fuer Lkw gesperrt. Wir trafen 70 Motorradfahrer aus UK, unterwegs mit "Royal Enfield Bullet" auf einer charity tour, schon ganz besoffen von den vielen Kurven.



Eine kurze Kaffeepause bei 17 C Grad im Schatten, dann hinab in die Ebene mit den endlosen Industrieanlagen um Coimbatore: Nie sahen wir so beaengstigend grosse Menschenansammlungen ueber eine 60 km lange Strecke - Warten auf Transport, von der Arbeit, zur Arbeit, shoppen, was guckst du . . .
Gluecklich erreichen wir die StadtPollachi, ein Hotel mit einer schwer beeindruckenden Heisswasserbereitungsanlage beherbergt und bekoestigt uns.


Der Aufstieg zur naechsten Hillstation ist gepraegt durch Gewuerzanbau - jetzt sind wir endlich da, wo der Pfeffer waechst - und nicht nur der:



Kardamom, Zimt, Muskat, Nelken und Ingwer. Wir uebernachten in einer Gaestefarm mit oekologischem Konzept. Und natuerlich begegnen wir auch hier Indischen Touristen, die Urlaub oder Wochenenden gediegen verbringen moechten: In der Regel gutausgebildete und wohlbestallte Leute, die uns von ihren Erfahrungen und auch Problemen mit z B. dem Essen in Frankfurt, New York und Tokio berichten . . .

Mit hupenden Bussen und Jeeps schieben wir uns die letzten Kilometer nach Kodaikanal hinauf (2200 m); es ist wieder einmal Wochenende.
Im Greenland's, JH genannt, aber eigentlich eine relativ preiswerte Lodge, kommen wir unter: sehr ruhig gelegen, mit begeisternder Lage am Rande des Kliffs. Die Aussicht in die 1700 m tiefer liegende Ebene ist kaum zu beschreiben, nachts blicken wir wie aus dem Flieger in ein Lichtermeer.


Geraumig ist das Zimmer, vom offenen Kamin kuschelig gewaermt (nachts 8 C Grad, tagsueber aber auch nur 17 C Grad im Schatten), morgens Fruehstueck auf der Veranda - wir moegen den Charme des etwas abgeschabten britischen Kolonialstils. Jakaranda, Flaschenbuerstenbaume, Bougainvillea, riesige Engelstrompeten, Hibiskus, Rosen und Morning Glory bluehen, Calla, Hortensien, Fuchsien, Loewenzahn, Azaleen, Clivien, Weihnachtssterne neben Birnbaeumen und Kornrade, um nur einige aufzuzaehlen . . .
In Kodai gibt es nicht nur Gewuerze. Als Spezialitaet werden hausgemachte Schokoladen und Marsh Mellows angeboten. Im "Eco Nut" bekommen wir Cashewbutter, Orangenmarmelade, Brot aus oekologischem Anbau und leckere Muffins. Ausserdem gibt es wie fast ueberall frische Milch, leckeren Joghurt und Butter.
So versorgt ist es ein Vergnuegen, die Weiterreise zu den Back Waters in Kerala und zurueck nach Delhi zu planen - daran kann auch Ulis Magenverstimmung nicht viel aendern!

22 Januar 2008

Indien - Von Diu bis Goa

Gujarat and Maharasthra (01. 01. 2008 - 09. 01. 2008)

Am Neujahrsmorgen begruessen wie immer Fischer bei Sonnenaufgabg den Tag mit Gebeten, sonst wirkt Diu noch etwas verschlafen, noch nicht einmal die Mopedhupen sind zu hoeren.
Der Verkehr auf der Strecke nach Bhavnagar haelt sich in Grenzen, und abends erreichen wir die Salzpfannen noerdlich der Stadt. Wir campen in der Weite und messen am naechsten Morgen die wuestentypischen 4 Grad, statt wie die Tage vorher am Meer 14 Grad.
Der Strassenzustand wird immer besser, und prompt taucht auch schon naechste Mautstation auf, typisch fuer viele Strecken.
Mittags treffen wir bei Toyota in Vadodara (frueher Baroda) ein. Eine der erst 6 Monate alten Batterien leckt und das Radlagerspiel vorn links muss eingestellt werden.

Die Crew macht viele Fotos von unserem Exoten, der Chefmonteur legt als Lehrstunde selbst Hand an, wobei das Werkstatthandbuch gute Dienste leistet, denn 4X4 mit Freilaufnabe haben die Toyotas hier nicht.
Tee, Kaffee und Softdrinks werden in der Lounge gereicht, waehrend die passende Batterie besorgt wird.
In der Universitaetsstadt uebernachten wir und essen eine richtig gute Pizza, - das erste Mal nicht indisch seit Einreise - und bekommen in einer Kaffeebar auch entsprechenden Espresso. Auf dem Weg von der Pizzeria zur Kaffeebar klammern sich verzweifelt-aggressive Bettelkinder an uns, nach wie vor eine seltene Situation, die uns immer eine Weile beschaeftigt.
Ohrenbetaeubende Blasmusik laesst uns morgens beim Einkaufen zusammenzucken, und unsere Ohren halten gerade lange genug durch, einige Aufnahmen von der vorbeiziehenden Hochzeitsgesellschaft mit Pferdekutsche zu machen.



Spaeter bei einer Pause und Routine-check am Auto stellen wir fest, dass die Freilaufnabe am Rad mit dem frisch eingestelltem Lager nicht einstellbar ist, und dieser Garantiefall beschert einen kleinen Umweg in die Millionenstadt Surat, durch die uns ein Tuk-Tuk-Fahrer, den wir nach dem Weg fragen, fast auf Karins Schoss sitzend, durch das abendliche Gewuehl mit unuebersichtlichen Unterfuehrungen und ueber kilometerlange Bruecken sicher zu Toyota bringt. Das Problem wird behoben, wieder wie ueblich bei Tee, Kaffee etc., und dann zeigen uns nette Leute bei Nachteinbruch die Abkuerzung hinaus aus der Grossstadt Richtung Highway, wo wir dann bei einer modernen Raststaette uebernachten. Die Lkw rangieren frueh und erleichtern uns dadurch das Aufstehen – den Besuch beim Tee sind wir inzwischen schon gewoehnt.
Bald zeigen riesige Werbeflaechen fuer Bier, Whisky und Brandy, dass wir Gujarat verlassen haben und im Bundesstaat Maharastra angekommen sind.
Den Grossraum Mumbai erreichen wir passend zur Rushhour, und genau wie alle anderen, die wir schon gesprochen haben, schaffen wir es nicht, den auf der Karte verzeichneten Bypass zu finden – zu vertrackt sind Strassenfuehrung bei nur rudimentaerer Beschilderung. Nur mit viel Fragen gelangen wir schliesslich auf die Ausfallstrasse Richtung Goa.
Der National Highway Nr. 17 fuehrt an der Westkueste entlang: “Genussfahren” fuer Fahrer und Beifahrerin – wenig Verkehr, viele enge Kurven ueber kleine Paesse, Alleen und lichte Walddurchfahrten erlauben immer wieder wunderschoene Ausblicke ueber die Western Ghats.
Grasgedeckte Huettendoerfer inmitten roter Erde erinnern einmal mehr an Zentralafrika.




Kurz vor Goa erreichen wir dann unseren Traumstrand und schwimmen ausgiebig im klaren Wasser. Wenn Goa als Treffpunkt der “Overlander” nicht rufen wuerde, uns zoege nichts weiter! So setzen wir mit einer kleinen Faehre ueber.

Goa – Agonda Beach ( 09. 01. 2008 – 11. 02. 2008)
Die Hippie-Rueckzugsgebiete Arambol und die Techno-Hochburg (oder was davon uebrig geblieben ist) Vagator sind voller Touristen aller Couleur aus aller Welt, die in Bars, internationalen Restaurants (Traveller Food!! – tja, was ist das), German Bakeries nichts vermissen muessen, was sie auch zu Hause haben.

Markt in Ajuna

Agonda Beach hat nach wir vor keine Hotelkomplexe und Discos, ist aber voller Coco Huts und Guesthaeuser. Wie schreibt der Lonely Planet? Ein Platz fuer Leute, die absolut nichts tun wollen!




Schon von weitem sehen wir am suedlichen Ende der Bucht die Trucks, Kasten- und Gelaendeautos der Overlander aus Europa – auch unsere Reisebekanntschaften treffen wir wieder; ein schoener Stellplatz direkt am Strand findet sich neben Hubert und Ana-Lauras Iveco aus Berlin.
Als erstes registriert uns die “Security”. Wir zahlen im voraus fuer “Wachdienste” und “Standerlaubnis” . . .
Nach der Begruessungsrunde fuehren uns die Berliner in die Infrastruktur ein: Brauchwasser am kommunalen Ziehbrunnen holen, zwei Baecker kuendigen am Morgen per Hupe die Brot- und Kuchenlieferung an, Trinkwasser wird vom Pick-up herunter verkauft; selbst Obst wird hin und wieder angeboten.


Nichts ist unmoeglich . . .

Der Toilettengang fuehrt mit Wasserflasche (“Indian style”) ins angrenzende Gebuesch: nach dem Geschaeft Entsorgung durch halbwilde Borstenviecher!
Die Leute auf dem Platz sind zum Teil auch mit ihren Kindern, drei bis dreizehn Jahre alt, unterwegs, alle wirken sehr bedacht und ueberlegt. Auch die sogenannten Aussteiger haben den Wechsel in eine andere Lebensqualitaet sorgfaeltig vorbereitet. Einige bekommen Besuch von den erwachsenen Kindern, Geschwistern oder Eltern, denn Goa liegt nur acht Flugstunden von Ffm. entfernt.
Es wird viel geschwommen, gelesen, relaxt, relaxt, relaxt . . . Erfahrungen werden oft am Lagerfeuer bei gegrilltem Fisch ausgetauscht, und das Thema Visabeschaffung ist schier unerschoepflich.

Wenn es um Indien geht scheiden sich die Geister - ein Teil will so bald wie moeglich weiter nach Suedostasien oder Australien, weil sie Indien zu anstrengend finden; ein Teil flucht auch so manches mal ueber die Verhaeltnisse, kommt aber zu dem Schluss, dass man sich oft selbst in missliche Verhaeltnisse hineinmanoevriert. Wir gehoeren zu letzteren und moechten den Sueden des Subkontinents noch ein Stueck weiter erkunden.
Am Wochenende gehoert der Platz den indischen Touristen, die mit Reisebussen, Motorraedern, einige auch mit Pkw einfallen. Als naechstes beginnt der Lautstaerkewettkampf aus scheppernden Boxen, von klassisch Indisch ueber Ethnopop bis Techno bei allseits guter Laune.
Ausgelassene Sportspiele am Strand und Picnic, einige sprechen dem "Kingfischer" (indische Biersorte) mehr zu als ihnen (und uns) guttut, gehoeren zum Freizeitspass.
Ins Meer geht Mann meist nur bis zum Bauch, denn schwimmen koennen die wenigsten Inder. Frau geht so gut wie gar nicht ins Wasser, wenn, dann mit Sari.

Wir haben den Platz in der ersten Reihe und viel Spass an der Freude der indischen Touristen. Bei Sonnenuntergang gellen die Mehrklanghupen der Busse, alles folgt den Rufen, und dann ist es ploetzlich wieder ganz still. Kuehe kuemmern sich um Essensreste und leere Kartons, unsere Security sammelt Muell in einer Grube, wo er angezuendet suesslich vor sich hin schwelt.
Seit ein paar Tagen herrscht Starkwind, die Wellen tuermen sich graubraun und sandig, das Salz legt sich als klebrige Schicht auf alle Flaechen - es wird Zeit von Goa Abschied zu nehmen.

22 Januar 2008

Indien - Gujarat und Diu

Sylvester & Neujahr, 20. Dezember 2007 bis 3. Januar 2008

Ueber Rajkot geht es in den Suedwesten Gujarats, der oekonomisch am schnellsten und ungezuegelsten wachsenden Bundesstaat Indiens. Und noch nie haben wir ueber Hunderte von Kilometern Industrieanlagen dieser Groesse und jeder Produktionsrichtung gesehen samt allen damit verbunden Umweltverschmutzungen!!
Sichtweiten von nur 100 bis 200 Metern, Gestank, rote brennende Augen, Husten, juckende Haut von den Feinstaeuben. Und wir fahren ja nur durch! Die Menschen hier leben mittendrin, bemehlte Haeuser und Felder, auf den Zaeunen am Highway haengt die Waesche zum Trocknen.
Hin und wieder fluechten wir in Raststaetten, die saubere, kuehle Raeume und leckeres Essen bieten vor der flirrenden, staubigen Hitze gerade auch der Salzpfannen.
Bei Porbandar weitet sich der Horizont ploetzlich, das Arabische Meer glitzert in der Sonne!
Und dass wir dann fuer die Nacht noch einen ruhigen Platz am Strand finden (Luft ablassen noetig), macht das kleine Glueck perfekt. Die Brandung klingt herueber, Vanellus indicus (ein Kibitz) ruft wie immer in der mondhellen Nacht – seit Nepal staendiger Begleiter – das aus Rajasthan ins von der Prohibition geschlagene Gujarat mitgebrachte Bier ist kalt.

Vor Diu dann Massen von ausgelassenen Menschen auf der Strasse: Die Siegesfeiern fuer den Gewinner Modi bei Gujarats Wahlen lassen uns die Route aendern, denn in den Staedten ist kein Durchkommen mehr.
Diu, bis 1961 portugiesisch, erlebt den Ansturm der Gujarater zu Weihnachten und Sylvester, da in dieser Enklave Alkohol ausgeschenkt wird, der noch dazu billiger als in den anderen Bundesstaaten ist. Der Ort ist voller Tata- und Mahindrajeeps und Busse, alle Uebernachtungsplaetze ausgebucht; trotz des Gedraenges bleibt die Atmosphaere entspannt.
Wir treffen, wie verabredet, Susanne und Michael aus der Schweiz wieder und andere Overlaender (alle ueber Iran/Pakistan), stehen frei am Strand. Die Einheimischen kennen das, die Polizei registriert uns und passt auf. Nur die Gujarater Touristen sind z.T. wieder extrem neugierig und anstrengend.
Sylvester sitzen wir am Lagerfeuer mit indischem, trockenem Sekt um Mitternacht, die Inder lassen es auch schoen krachen, sie lieben Feuerwerk zu allen Gelegenheiten, und dann kehrt bald wieder Ruhe ein am Strand.

Bilder unter . . .
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22 Januar 2008

Indien - Rhajastan

Jaipur, Jaisalmer und Mount Abu
(8. 12. 2007 bis 19. 12. 2007)


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Jaipur, die “Pink City”,
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Nur diese Farben sind erlaubt . . .

besichtigen wir etwas ungeplant gleich per Auto, da wir mitten in die Altstadt und den Bazarbereich geraten, bevor wir ein Hotel mit Parkplatz finden.
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Hier in der Stadt wiederholen wir unsere erste Lektion: Immer und ueberall, bei jeder noch so kleinen Transaktion, den Preis vorher erfragen und festklopfen, auch bei staatlichen Stellen wie Museen etc. Oft ist das eine anstrenggende Sache. Dennoch, Jaipur gefaellt uns gut, weil es so ganz normal daher kommt, trotz der vielen Touristen.
Nachts gehen wir die Hauptstrasse entlang und sehen die Elenden der Gesellschaft schlafen, sich an Abfallfeuern waermen, Abfallberge rotten stinkend vor sich hin samt Faekalien, und ohne die Kuehe, die fast alles fressen, waere es noch schlimmer. Da ist die heilige Scheisse definitiv das kleinere Uebel!

Ganz im Westen Rajasthans erreichen wir die Wuestenstadt Jaisalmer, wo wir die naechste Lektion erteilt bekommen. Wir kaufen, kaum dass wir im Billighotel angekommen sind, ehe wir es richtig begriffen haben, eine recht teure zweitaegige Kamelsafari mit Besichtigungsprogramm per Jeep.
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Die Ungereimtheiten im Ueberzeugungsgespraech spueren wir beide, aber unser Gegenueber beweist extrem gute Menschenkenntnis und soziale Kompetenz. Anfangs sind wir wuetend, dann fragen wir uns, wie es kommen konnte. Wir haben schon wieder vergessen, Entscheidungen, die gar nicht draengen, nur zu treffen, wenn wir ganz bei uns sind, hellwach und aufmerksam. So bleibt nur, das Gesicht zu wahren. Uebrigens: in “Zirkuskind” von John Irving und “Notbremse nicht zu frueh ziehen!” von Andreas Altmann wird plakativ und spannend beschrieben, wie das funktioniert!
Gluecklicherweise stellt sich die Safari als schoene Erfahrung heraus: Volles Besichtigunsprogramm, abwechslungsreiche Landschaft, gute Kamele, nette Fuehrung und Begleitung, sehr gutes Essen, Softdrinks, Bier am Lagerfeuer mit Folklore-Darbietung, ganz abgesehen von der Nacht unter dem Sternenhimmel – alles nur fuer uns beide.
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Spaeter erwandern wir dann Jaisalmer, ein noch sehr orientalisches und zeitloses Staedtchen mit grossen, repraesentativen Kaufmannshaeusern in engen Bazarstrassen.


Selbst in diesem kleinen Ort bekomme ich innerhalb von zwei Tagen die benoetigten Bifocalglaeser, wie bei uns nach Computervermessung etc beim Optiker, und sehr preiswert dazu.

Erinnerungen an Zimbabwe und Namibia im Winter werden wach als wir durch die Halbwueste Rajasthans


nach Sueden fahren und schliesslich nach Mt. Abu (1200 m) hinauf, Rajasthans “one and only hillstation”. Hier goennen wir uns eine luxurioese Nacht im Hotel mit Weihnachtseinstimmung gratis.


Gespraeche mit anderen Gaesten, Indern, die z.T. schon in dritter Generatiion in den Staaten leben und jetzt Verwandtschaft in Indien besuchen, zeigen uns einmal mehr, dass unsere Erfahrungen beim Einkaufen bis hin zum Begafftwerden wie ein Zootier nicht nur darauf beruhen, Weisse zu sein. Auch die Besucher kaempfen mit den Bedingungen hier und wissen manchmal nicht, ob sie lachen oder schreien sollen.
Am Nachmittag bestaunen wir die Wanderung hunderter indischer Touristen zum Sunset Point auf dem Berg bestueckt mit Zuckerwatte, Knabbereien und Kameras. Der Sonnenuntergang wird zum soziales Ereignis.





Bilder der fuer uns schoensten Jain-Tempelanlage, leicht und hell aus Marmor, hier in Mt. Abu bitte "googlen": fotografieren war streng verboten.

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